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Wirken in der Regelstruktur der Jugend- und Familienhilfe

Die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Familien, die sich Konzepten der nationalen Erziehung und Familienpolitik zugehörig fühlen, stellt soziale und pädagogische Einrichtungen der Familien- und Jugendhilfe, Kitas und Schulen vor besondere Herausforderungen. Hier bietet RuF Unterstützungs- und Beratungskonzepte für Fachkräfte.

Die Erfahrungen aus den Kooperationen, vor allem mit den Regelsystemen der Kinder- und Jugendhilfe, zeigen, dass sich Mitarbeiter*innen häufig überfordert fühlen, wenn sie in ihrem Arbeitsalltag auf rechtes Klientel treffen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob eine Bearbeitung der politischen Einstellung, Erscheinungsformen und Äußerungen überhaupt Teil des Auftrags sind oder ob eine staatliche Neutralität gewahrt werden muss. Die politische Einstellung von Familienmitgliedern wird vielleicht erst dann thematisiert, wenn es zu Gewalt oder aggressivem Auftreten innerhalb der Familie oder gegenüber Mitarbeiter*innen aus den entsprechenden Einrichtungen kommt.

Fachkräfte in verschiedenen beruflichen Bereichen müssen damit umgehen, dass Rechtsextremismus eine komplexe gesellschaftliche Herausforderung mit strukturellen, aber auch individuellen Motiven, Funktionen und Prozessen ist. Immer mehr Fachkräfte sind in ihrer Praxis mit rassistischen, menschenverachtenden und extrem Rechten Einstellungen und Äußerungen konfrontiert.

Fragen wie die Folgenden bewegen die Fachkräfte in ihrer Praxis:

  • Wie beeinflussen rechtsextreme elterliche Haltungen die Entwicklung der Kinder?
  • Können professionelle Hilfen, die letztendlich rechtsstaatlich legitimiert sind, in solchen Familienkontexten überhaupt wirksam werden?
  • Wie lässt sich ein tragfähiges Arbeitsbündnis zu den Eltern herstellen, ohne ihre rechtsextreme Position zu normalisieren oder zu bagatellisieren?

Wie können wir sicherstellen, dass eine Auseinandersetzung über politische Haltungen nicht den Kindern schadet? (vgl. Prof. Dr. Großmaß Fachgespräch „Rechtsextrem orientierte Eltern als Herausforderung in der Jugendhilfe und in Kitas“).

Vor diesem Hintergrund wurden verschiedene Fortbildungen und Workshops für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe in verschiedenen Bundesländern – explizit auf diese Zielgruppe zugeschnitten – konzipiert und angeboten. Bei diesen Fortbildungen steht die Frage nach dem Umgang mit neonazistisch orientierten Eltern und Familien, sowie Fragen von neonazistischer Erziehung und Kindeswohlgefährdung im Vordergrund. Unser gesetztes Ziel ist, dass Akteur*innen aus Regelstrukturen der sozialen Versorgung das Thema Rechtsextremismus und Familie als Querschnittsthema wahr- und ernst nehmen sowie professionelle Unterstützung im Umgang damit erhalten.

Neben eigenen Fachveranstaltungen können die Mitarbeiter*innen der Fachstelle zu diversen externen Fortbildungen, Vorträgen und Workshops eingeladen werden. Die inhaltlichen Schwerpunkte bilden hier die Themen „Völkische und rechtsextreme Kindererziehung“, „Frauen und Mädchen in der rechten Szene“, „Beratung von Angehörigen“ und „Umgang mit rechten Klient*innen in erzieherischen und pflegenden Berufen“.

Zudem bietet die Fachstelle jährlich stattfinde modulare Zusatzqualifizierungsreihen „Rechtsextremismus, Rassismus und Familie. Beratung von Angehörigen rechtsextremer Jugendlicher und zum Umgang mit rechtsextremen Familien und ihren Kindern“ an.

In der 4×3 tägigen modularen Zusatzqualifizierung werden bundesweit Fachkräfte aus Jugend- und Familienhilfe sowie unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Rechtsextremismusprävention weitergebildet. Das Ziel ist es, Kolleg*innen zu qualifizieren, damit diese in ihren Regionen Beratung für Angehörige und Fachkräfte anbieten können, um somit ein bundesweites Beratungsangebot sicherzustellen.

Kontakt:
RuF – Fachstelle Rechtsextremismus und Familie
info@rechtsextremismus-und-familie.de
0421/69 272 19

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